© DAV Schongau
© DAV Schongau

Lizumer Hütte

Skitour

12.03.2026

Wieder einmal hatte unser bewährter Bergführer Oli Körtge ein ganz besonderes Tourenprogramm rund um die Lizumer Hütte in den Tuxer Alpen jenseits der ausgetrampelten Pfade zusammengestellt. Mit seiner großen Erfahrung, seinem immensen Wissen und seiner einfühlsamen und humorvollen Art hat er uns sicher durch die Bergwelt geführt. Erneut hat er uns durch seine professionelle und engagierte Herangehensweise wunderbare Bergerlebnisse ermöglicht.

Am Donnerstag in der Früh waren wir angereist, um von der Lizumer Hütte aus an einem verlängerten Wochenende die Skitourenmöglichkeiten in diesem Tal der Tuxer Alpen zu erkunden. Der anfängliche Regen am Ausgangspunkt Lager Walchen ging beim Aufstieg zur Hütte mit zunehmender Höhe glücklicherweise bald in Schneefall über und bot zusammen mit der durchbrechenden Sonne und ein paar Zentimetern Neuschnee am Nachmittag sogar noch die Grundlage für eine erste nette Abfahrt vom Torjoch, das wir nach einer kurzen Stärkung auf der Hütte gleich noch erklommen hatten.

Am nächsten Tag stand als Premium-Tour die sogenannte „Geier-Reibn“ auf dem Programm. Passend dazu strahlte die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. So stiegen wir, erwärmt von den ersten Sonnenstrahlen, über die Osthänge Richtung Geier empor. Eine erste Steilstufe mit hartem Schnee verlangte bald schon den Einsatz von Harscheisen. Über schönes Skigelände stiegen wir weiter und konnten bereits von der Geländeschulter auf ca. 2800 m Höhe den Blick zum Zillertaler Gletschergebiet mit Olperer, Gefrorener Wand und Hohem Riffler genießen. Am 2857 m hohen Gipfel erwartete uns lustigerweise kein Kreuz sondern ein Blechvogel, der wohl den namensgebenden Geier darstellen soll. Dieser „komische Vogel“ war beim obligatorischen Fotoshooting natürlich bei allen ein begehrtes Motiv. Nach dem bewährten Gipfelritual mit Umtrunk und Gruppenfoto durften wir nun endlich unsere Schwünge in die traumhaften, zum großen Teil unberührten Hänge setzen. Zwischendurch war jedoch noch eine Schlüsselstelle mit einer Querung im steilen Gelände zu meistern, bei der konzentriertes und umsichtiges Fahren angesagt war. Als idealen Rastplatz hatte unser Guide Oli einen schönen Flecken an einem Felsen inmitten der weiten, flachen Schneeflächen ausgesucht. Hier war es so ruhig und angenehm warm in der Mittagssonne, dass die meisten nach der Brotzeit noch ein kleines Nickerchen einlegten. Frisch gestärkt konnten wir so nun im T-Shirt-Modus den letzten Anstieg auf das Klammjoch (2359 m) bewältigen, von dem wir schließlich über sanfte Hänge und am Ende über das Skigelände des Truppenübungsplatzes hinunter und zurück zur Hütte auf 2019 m gelangten. Mit den letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse konnten wir zufrieden und glücklich auf die erfolgreiche Bewältigung der großartigen „Geier-Reibn“ anstoßen.

Der dritte Tag begrüßte uns mit einem ordentlichen Fönsturm. Am Frühstückstisch mit Blick aus dem Fenster konnten wir gar nicht glauben, dass eine größere Unternehmung möglich sein würde. Glücklicherweise lies der Wind jedoch nach und der Fön gab der Sonne zwischendurch immer wieder eine Chance. So hatten wir auch bei der Tour auf die 2663m hohe Torspitze ordentliche Wetterverhältnisse und erweiterten die Unternehmung um eine rassige Abfahrt zur östlich gelegenen Vallruckalm mit Wiederaufstieg zum Eiskarjoch. Von hier genossen wir die Abfahrt über die Westhänge bei überraschend guten Schneeverhältnissen und erreichten schließlich über eine längere Querfahrt, welche uns einen erneuten Aufstieg ersparte, unsere gemütliche Hütte.

Am 4.Tag mussten wir unseren Stützpunkt inmitten der wasserreichen Wattener Lizum leider schon wieder verlassen. Natürlich wollte Bergführer Oli mit uns nicht einfach von der Hütte ins Tal abfahren, sondern führte uns zuvor noch auf die 2493 m hohe Mölser Sonnenspitze. Nach dem Anstieg bis zum Skidepot auf ca. 2400 m erklommen wir den letzten Gipfel unseres erlebnisreichen Skitourenwochenendes über einen interessanten Schneegrat. Nachdem es in der Nacht etwas geschneit hatte, konnten wir schließlich auch unsere Schlußabfahrt zum Lager Walchen bei schönen Schneeverhältnissen genießen.

Mit einem Lächeln auf den Gesichtern und schönen Erlebnissen im Kopf rückte unsere Gruppe von neun Skitourengehern der DAV-Sektion Schongau am Sonntag beim Italiener in Wattens ein, um sich vor der Heimfahrt mit einer Portion Pasta zu stärken und die Ereignisse der letzten Tage nochmal Revue passieren zu lassen, die uns sicherlich lange in bester Erinnerung bleiben werden.