Die Überschrift lässt schon vermuten, dass es eine kleine Geschichte hierzu gibt. Je näher der Termin rückte, um so klarer wurde der 11köpfigen Truppe, dass das ursprüngliche Ziel, nämlich das Lesachtal in Osttirol nicht ausreichend Schnee bietet, um dort Skitouren zu unternehmen. Alle Teilnehmer/innen befürchteten, dass nun der geplante Skiausflug ins Wasser fällt. Doch unser Tourenführer Oli Körtge wollte das natürlich auf keinen Fall zulassen und klemmte sich mehrere Tage ans Telefon und den Computer, um auf die Schnelle noch ein Hotel in einem anderen Gebiet zu finden. Was ihm durch seine Hartnäckigkeit und seinen Charme tatsächlich gelang. So fuhren wir letztendlich an den Reschenpass und weiter ins Langtauferer Tal, wo wir drei Nächte im Langtaufererhof übernachteten.
Der erste Tag führte uns aber erst einmal ins Rojental, welches oberhalb des Reschensees liegt und bestes Skitourengebiet ist. Wir suchten uns den „äußeren Nockenkopf“ (2770m) als erstes Ziel aus. Der Aufstieg, bei strahlender Sonne und Temperaturen im einstelligen Minusbereich gaben schon einen ersten wunderbaren Eindruck auf die kommenden Tage. Allerdings ahnten wir schon, dass die Abfahrt kein Vergnügen werden wird. Selbst die besten Skifahrer unter uns, machten teilweise seltsame Bewegungen, um unbeschadet runterzukommen. Letztendlich haben es alle geschafft, schön war`s nicht. Dafür war es in der Sauna und im Whirlpool umso entspannender im Anschluss.
Nächster Tag, neues Glück. Diesmal starteten wir direkt vor dem Haus auf den Schneeresten der Bergwiesen. Weiter oben wurde es dann doch richtig weiß um uns herum. Wir hatten uns den Glockhauser (3020m) vorgenommen. Wieder bestes Skitourenwetter ließ die Motivation gleich deutlich steigen und wir genossen den Aufstieg mit einem steileren Teil kurz vor dem Gipfel, bei dem die meisten allerdings Harscheisen angelegt hatten, um sicher unterwegs zu sein. Das hat sich auf jeden Fall bewährt. Der obere Teil der Abfahrt hat richtig Spaß gemacht, denn der Schnee war hier noch gut zu befahren. Den einen oder anderen Juchzer hörte man dann schon. Der untere, eher bescheidene Teil soll hier nicht mehr erwähnt werden (siehe oben). Wir schafften es gerade noch zur Nachmittagsjause ins Hotel mit Kaffee und Kuchen, oder einem guten Süppchen. Sauna ist selbstverständlich obligatorisch.
Der dritte und bekanntlich mühsamste Tag führte uns diesmal nordseitig in Richtung Tiergartenspitze (3068m) von Maseben aus gleich sehr steil bergauf. Aber von Schwächeln der Teilnehmer keine Spur. Teilweise über den Forstweg, aber auch über steile Abschnitte durch den Wald, arbeitete sich die Gruppe nach oben zur Masebener Hütte. Eine Einkehr war jedoch zu dieser Zeit noch nicht vorgesehen. Ein bisschen nach der Hütte schielend gingen alle ohne Murren den Weg weiter zur ersten Zwischenstation, dem Hausberg. Dort empfing uns eine wunderbare Aussicht auf den gegenüber
liegenden Gipfel von gestern. Das Wetter zeigte sich wieder von seiner besten Seite und es war kein Wölkchen in Sicht. Nach kurzer Beratschlagung verabschiedeten wir uns vom Plan, auf die Tiergartenspitze zu gehen, da die Verhältnisse nicht optimal waren für die Gruppe. Der etwas geeignetere Schwarzkopf sollte es werden. Doch auch dieser wurde uns nach einer Weile verwehrt, da uns ein Steilhang mit sichtlich Triebschnee und viel Wind entscheiden ließ, die Tour hier zu beenden und sicher auf die Hütte abzufahren. Dies war, bis auf die vielen Felsen, ein Vergnügen und es wurde auch ohne Gipfel eine erfolgreiche und schöne Tour. Die Einkehr in der Hütte tat noch ihr Übriges. Die Piste vom Masebener Schlepplift bescherte und noch eine rasante Abfahrt, bei der allerdings einige die Abzweigung zur Talstation verpassten und auf der Langlaufloipe landeten. Mit kraftvoller Skatingtechnik war auch das kein Problem. Am Ende saßen wieder alle vereint beim Abendessen und genossen das Menü.
Zu schnell war der letzte Tag dann da. Am Sonntag sollte es nochmals in Rojental gehen und zwar auf den Grionkopf (2896m). Das Wetter war zwar nicht ganz so beständig, wie die vergangenen Tage, jedoch zwischendurch immer wieder mit Sonnenschein. Ein bisschen Schneefall gab es auch. Dieser Wechsel sorgte teilweise für eine sehr mystische Stimmung in den Bergen. Der Aufstieg führte zuerst in das Vallungtal und dann ins schmaler werdende Griontal. Im oberen Teil ist die Tour zusehends von steileren Abschnitten geprägt und fordert einiges an Energie. Etliche Spitzkehren mussten bewältigt werden und konzentriertes Gehen war verlangt. Der letzte flache Anstieg auf den Gipfel mit stetigem Blick auf das vereiste Gipfelkreuz war ein ehrfürchtiges Bild und so mancher bekam eine Gänsehaut und wurde still. Vor der nun folgenden Abfahrt mussten wir dann doch etwas Mut schöpfen, da uns eine etwas steilere Rinne erwartete. Der Schnee war nicht optimal, aber es ging doch recht gut zum Abfahren. Mit dem Rausgleiten aus dem Tal zum Vereinsbus zurück, blickten wir auf eine beeindruckende und wunderschöne Skitour zurück. Nach einem Abschlussschnaps wurde sich noch auf der Heimfahrt zum gemeinsamen Pizzaessen verabredet. Etwas müde, aber sichtlich glücklich, kam der Bus, dank unserer genialen Chauffeurin Heike, wieder gut in Schongau an.
Allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen einen herzlichen Dank für die gute Kameradschaft und die schöne Zeit miteinander.
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