Freitag, 15.08.2025, 6.00 Uhr morgens. Eine müde und doch aufgeregte neunköpfige Wandergruppe schwingt sich in Schongau in den Alpenvereinsbus. Das Ziel: Maloja in der Schweiz.
Entlang des Sentiero Alpino Bregaglia erklimmen wir den Paso Di Cenil und den Passo Caccabella. Die Nächte verbringen wir in der Capanna del Forno, der Capanna da l´Albigna und der Capanna di Sciora
Heike, die Tourenleiterin, kutschiert die anfangs noch recht schnattrige Truppe souverän über die Straßen. Irgendwann kehrt Stille ein, bis wir uns dem Ziel nähern. Die Augen werden groß während wir am Malojasee und seinen Artverwandten vorbeifahren. Am Parkplatz ankommen herrscht wie immer erstmal die relative Planlosigkeit. Toilettengang und Rucksackumgepacke wechseln sich ab, aber dann geht es endlich los. Die Sonne begleitet uns von Anfang an und so nehmen wir Kurs auf den Sentiero Alpino Bregaglia, dem wir die nächsten 4 Tage folgen.
Vorbei am Cavlocsee nehmen wir den Panoramaweg stetig steigend. Der ein oder andere muss wegen der Höhe schon mal feste durchschnaufen und so sind ein paar Pausen obligatorisch. Das letzte Pausenplätzchen für diesen Tag liegt nasskalt am Wegesrand und lädt sogar so manchen zum Baden ein. Ab hier ist es noch ein guter Kilometer bis zur Fornohütte, die mittlerweile alle erwarten. Und zwar vor allem wegen dem gewohnten Nachmittagskäffchen. An der Hütte angekommen und den Blick auf die Uhr gerichtet dann die relativ einheitliche Meinung „für Kaffee ist es jetzt aber spät.. ach was soll´s.. ein Bier bitte!“
Gute Nacht, guten Morgen.
Tag 2, Capanna del Forno –Passo di Cenil - Capanna da l´Albigna
8.15 Uhr, Treffpunkt vor der Hütte. Und es klappt sogar, dass alle pünktlich bereit stehen um Heike´s Erklärung über den heutigen Wegverlauf zu folgen. Noch schnell ein Gruppen-Startbild und los geht’s. Erst ein paar Hundert Meter bergab, über das Bächlein, das vom Fornogletscher daherkommt und dann wieder, teils steil, bergauf. Die Sonne erlaubt dem Regen an diesem Tag ein kurzes, unaufregendes Gastspiel und in der Ferne „schimpft der Himmelpapa“. Am Passo di Cenil angekommen zeigt sich die Sonne wieder und lädt einen Teil der Gruppe zum Verweilen auf den wunderbaren Granitplatten ein während sich der andere Teil auf den Weg zum Gipfel der Punta (3040m) macht. Dann heißt es absteigen, schließlich möchten wir heute unseren Nachmittagskaffee auf der Sonnenterrasse der Capanna da l`Albigna genießen. Durch einen landschaftlichen Traum geht es bergab,.. bis ein kleiner Bergsee mit direktem Gletscherblick vor uns auftaucht. Da heißt es wieder „Klamotten runter und rein“. Von hier ist es nicht mehr weit. Die Albignahütte wartet schon. Der Blick auf die Uhr verrät allerdings für einen Großteil von uns „für Kaffee ist es jetzt aber spät.. ach was soll´s.. ein Bier bitte!“
Tag 3, Capanna da l´Albigna – Passo Cacciabella – Capanna di Sciora
8.15 Uhr, Treffpunkt vor der Hütte. Und wieder klappt es pünktlich. Schnell noch ein Gruppen-Startbild. Wir sind schon routiniert. Leider müssen wir heute einen unserer Wanderköpfe auf Grund von starken Knieschmerzen verabschieden. Die Albignahütte bietet sich hier für einen Ausstieg an weil die Albigna-Bahn am Stausee nicht allzu weit weg ist. Zu acht geht es also weiter, wieder bergab, stets mit einem wunderschönen Blick auf den Albignastausee. Und wie auch schon am Vortag fragen wir uns, wo wohl der Weg auf der anderen Seite weitergeht. Zu sehen ist aus der Ferne nämlich nichts. Nach einer kurzen Rast am Wasser erfahren wir schon bald, wie man hier nach oben kommt. Der Weg ist toll, alle haben Spaß. Leichte Kraxelei wechselt sich mit Blockwerk ab, in dem sich der Granit besonders griffig und glitzrig präsentiert. Die Granitplatten sind teilweise so groß, dass wir unsere Mittagspause hier, mitten in der Sonne, wieder mit Gletscherblick, einlegen. Gestärkt und gut gelaunt machen wir uns an die letzten 300 Höhenmeter rauf zum Passo Cacciabella, wo es Heike fast vom Hocker haut. Ein kurzer „Gipfelschnappschuss“ dann geht es auf der anderen Seite wieder runter. Und was wir da erleben, ist unglaublich toll. Ein mit Eisenbügeln und Ketten versehener, teils senkrechter Weg an bestem Fels nach unten. Und es scheint, als ob der Weg nicht enden will. Die Sonne tut ihr übrigens für unsere ausgelassene aber trotzdem konzentrierte Stimmung. Am Ende dieser Ferrata bleiben noch ca 600 Höhenmeter im Abstieg bis zur wunderbaren Capanna Sciora. Auf der Hütte angekommen, der obligatorische Blick auf die Uhr, der sagt, „für Kaffee ist es jetzt aber spät.. ach was soll´s.. ein Bier bitte!“ Und dieses Bier genießen wir ganz besonders, den Cengalo und den Badile dabei im Augenwinkel.
Gute Nacht, guten Morgen.
Tag 4, Capanna di Sciora – Bondo
8.15 Uhr, heute geht es aber nicht mehr so genau. Das morgendliche Gruppen-Startbild und dann geht es langsam los. Wir steigen ab, drehen uns immer wieder um und genießen den Blick zurück. 4 wackelige Hängebrücken liegen auf unserem Weg und nach gut 4 Stunden kommen wir ausgelassen in Bondo an. Heike holt den Vereinsbus in Maloja und wir stärken uns ausgiebig bevor alle wieder in den Bus springen. 5 Stunden später, zurück in Schongau umarmen wir uns alle zufrieden und müde und freuen uns auf ein nächstes Mal.
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