Bergtouren

Rückblick 2017

Sa. 30.09.2017 Soldatenköpfe

Harald Sieber startete mit fünf Mitgliedern am Hotel Forelle am Plansee die Tour über die Soldatenköpfe zum anderen Ende des Sees. Die ersten Meter gingen die Wanderer auf einem Forstweg, dann zweigte die Gruppe auf den Bergpfad ab und marschierte durch Wald und Wiesenhänge zum Grat über dem Plansee. Bei guter Sicht und bester Laune genossen die Teilnehmer ihre Brotzeit und liessen ihren Blick über die umliegenden Gipfel und den See schweifen. Nach dem Abstieg und der Einkehr im Cafe an der Seespitze kehrten alle mit dem Schiff zum Bus zurück.

Sa. 09.09.2017 Venter Hausberg: Wildes Mannle, 3023 m, im Ötztal

Obwohl die Wetterprognosen nicht optimal waren, machten sich fünf Bergsteiger der Sektion Schongau unter der Leitung von Marco Schulz auf nach Vent. So war es dann auch vor Ort windig, wolkig und nebelig. Um nicht von dem vorhergesagten Regen erwischt zu werden, entschloss sich die Gruppe, die Tour durch die Unter-stützung eines Sessellifts abzukürzen. Anschließend wanderten die Berg-steiger von der Bergstation Stablein Richtung Breslauer Hütte und weiter zum Gipfel des Wilden Mannles. Innerhalb von 1,15 Stunden kamen sie auf den 3019 Meter hohen Berg und hatten auf Grund der starken Bewölkung leider keine Aussicht. Der Rückweg verlief über den Rofenkarsteig, der mit Drahtseilen gesichert ist und zur Breslauer Hütte führt. Hier kehrten die Bergsportler ein und anschließend stiegen sie über den Rofenhof und der dortigen Hängebrücke nach Vent ab. Insgesamt hatte die Gruppe Glück, da sie dem Regenwetter eigentlich immer davon liefen.

Sa. 05.08.2017

Rauhhorn 2241 m

Die Tour zum Rauhhorn in den Tann-heimer Bergen organisierte Heinz Messarosch und obwohl es ein sehr schöner Tag war, waren leider nur zwei Teilnehmer mit auf dem Ausflug.

Mit den Bikes fuhr die Gruppe von Tann-heim aus zur Vilsalpe. Der anschließ-ende Aufstieg verlief über schöne Weideflächen und einem guten Steig bis zum Geißeckjoch auf 2088 m. Von hier führte der Weg Richtung Süden, immer den rechten Fuß in Bayern, den linken in Tirol, genau dem  Grenzverlauf entlang. Nach angenehmer netter Kletterei wurde nach 2,5 Stunden der Gipfel erreicht. Das Wetter war ein Traum und so waren die drei Mitglieder des Schongauer Alpenvereins natürlich nicht allein am Gipfelkreuz. Nach ausgiebiger Brotzeit war beim Abstieg hohe Konzentration für die Kraxelei gefordert. Ein schöner und beeindruckender Tiefblick ließ die Bergsteiger immer wieder verweilen. Der Rückweg führte Richtung Kugelhorn bis zur Hinteren Schaf-wanne und über den Jubiläumsweg zurück zum Aufstiegsweg, über den dann wieder die Vilsalpe erreicht wurde. Nach einer Einkehr und einem erfrischenden Bad im nicht allzu warmen Vilsalpsee wurde der Traumtag beendet.

Fr. 22. - Sa. 23.08.2017  Bretterspitze 2608 m

Am Freitagnachmittagmachte sich eine sechsköpfige Gruppe der Sektion auf den Weg ins Lechtal. Unter der Leitung von Robert Zimmermann stiegen die Bergsteiger zum Kaufbeurer Haus (2007 m) von Hinterhornbach aus auf. In der Selbstversorgerhütte wurde dann aufge-kocht. Hierfür war unser Koch Marco Schulz zuständig. Am Samstag sorgte er auch für ein entsprechendes umfangreiches Frühstück, so dass sich alle wohl gestärkt auf die lange Tagestour machen konnten. Durch das Urbeleskar führte der teils schott-rige steile Weg zur Schwärzerscharte. Von dort erfolgte der Aufstieg über den Ostgrat zum Gipfel der Bretterspitze (2608 m). Nach einer kurzen Pause bei bewölkter Witterung, aber dennoch sehr eindrücklichem Ausblick, gings zur Scharte zurück. Ab hier musste noch weiter in Richtung Süden abgestiegen werden, um dann dem Enzensberger Weg auf einer Höhe von 2200 m zu folgen. Vom Gligerkar Richtung Westen gehts durchs Noppenkar und Rund um den Söllerkopf. Anschließend wieder Richtung Norden zur Schönecker Scharte. Ab diesem Einschnitt, in der Nähe der Hermann-von-Barth-Hütte, zieht sich der Rückweg durch unberührte Wiesen. Diese Steilhänge fordern nochmal volle Konzentration und um so erleichtert war die Gruppe, als sie am Hornbach fast eben zum Dorf zurück wandern konnte. Abschließend, nach 10 Stunden, kehrte man noch im Gasthof Adler ein und fuhr am frühen Abend zurück nach Schongau.

So 18.06.2017  Gumpenkarspitze

Um schöne Gipfel über spannende Anstiege zu besteigen, muss man nicht unbedingt ins Wallis fahren. Die heimischen Ammergauer bieten hier alles, was das Herz begehrt. Das war die Quintessenz einer Tour des Schongauer Alpenvereins unter Leitung von Claus Pätzel im Kenzengebiet. Zwar war es nicht der vorhergesagte wolkenlose Himmel, der unsere 8 Bergsteiger am Wankerfleck begrüßte, aber wenn es steil bergan geht, ist man manchmal gar nicht so traurig über ein wenig Schatten. Einen Nachteil hatte es freilich doch: Das Gras war noch ziemlich feucht und so musste die Gruppe schon sehr um-sichtig die steile Rinne auf den Geiselstein begehen. Lohn war aber eine spektakuläre Aussicht vom 1885m hohen Gipfel auf die Umgebung. Besonderes Interesse weckte hierbei die benachbarte Gumpenkarspitze, nächstes Ziel der Gruppe. Aber zuerst hieß es sich genauso vorsichtig wieder hinunter zu tasten. - Die Gumpenkarspitze ist zwar ein gänzlich anderer Gipfel als der felsige Geiselstein; hier herrschen steiles Gras und lose Steine vor. Einen richtigen Weg hinauf gibt es nicht. Das Gipfelbuch fristet schon seit 1959 ein recht einsames Dasein. Dabei hat die Gumpenkarspitze etwas, das der Geiselstein nicht hat, wie es der bekannte Bergautor Günther Laudahn einmal aus-drückte: Einen spektakulären Blick auf den Geiselstein. Den konnten die Schongauer Bergsteigerinnen und Bergsteiger nach geschafftem Aufstieg auch genießen. Über das steile Gelände ging es wieder hinunter und weiter über den Kenzensattel zur gleich-namigen Hütte, wo die Zeit bis zur Abfahrt des Busses doch wenigstens noch für eine frische Halbe bei nun tatsächlich wolkenlosem Himmel reichte.

Sa. 17.06.2017

Große Klammspitze

Unter der Leitung von Björn Briel machte sich eine Gruppe auf den wenig begang-enen Pfad zur Klammspitze. Vom Am-merwald verläuft der Weg durch den Wald und über Felspassagen, die erklettert werden mussten, Richtung Gipfel. Nach einem spannenden Auf-stieg erfolgte der Rückweg über die Brunnenkopfhäuser. Hier genossen die Bergsteiger noch eine Abschluss-Halbe um dann nach Linderhof abzusteigen.

 

Sa. 06.05.2017  Wie geht’s – beim Gehen in den Bergen?

Vier Teilnehmerinnen, alle mit Bergerfahrung aber unterschiedlichen körperlichen und motorischen Voraussetzungen, stellten sich bei idealen Wetterbedingungen dieser Herausforderung.

Wir starteten am Beginn der Kraftwerkstraße, um in der Ebene das „normale“ Gehen sogleich umzuwandeln in, wie oben beschrieben, „natürliches“ Gehen. Es zeigte sich, dass diverse Geh-Spiele mit ausdrücklicher Lockerung des Rumpfs (mit anhängenden Armen) infolge dadurch verbesserter Koordination neue motorische Kompetenzräume erschließen: vorwärts, rückwärts, überschlagen, Bordstein (Höhenwechsel) - auch überschlagend - nutzend, Arm- und Körper-rotierend – und stets das Grundprinzip Schwingung (keine „Haltung“!) beachtend. Mit ein wenig Physik wurde auch schnell klar, dass zügiges Gehen selbst auf dem Bordstein nur dann problemlos und leicht gelingt, wenn auch auf „dem Grat“ das vorher auf breiter Fläche Erfahrene (freies Schwingen der Arme und des vortreibenden Beins) konsequent angewendet wird – das Staunen darüber war groß!

Aus der Horizontalen ging´s dann – zunächst auf Asphalt und Beton – in die „Berge“. Hier erweiterten wir das Erworbene in Steigung und Gefälle. Wir erkannten schnell, dass der Schritt scheinbar kürzer wird, jedoch der Längen-Gewinn sich lediglich zu Gunsten des Höhen-Gewinns vermindert. Dabei kann die Rumpfachse wegen des limitierten Beugeraums des Sprunggelenks nicht mehr gerade bleiben – der Oberkörper beugt sich automatisch vor (also nicht, wie oft zu hören ist, man müsse ihn vorbeugen). Nur so kann der Körperschwerpunkt weiterhin ökonomisch vor-hochwärts verlagert werden. Weil die Arme nun nicht mehr für den zügigen Raumgewinn (und damit den Geradeaus-Gang) benötigt und daher irgendwie auch als störend empfunden werden, stützten wir die Hände entweder in der Taille ab oder verschränkten sie hinter dem Becken. Die Arme werden dadurch an Schreck-Hochreiß-Reaktionen gehindert, wodurch das seitwärtige Gleichgewicht wie zu Kinderzeiten allein durch Rumpfausgleichen (ein-deutiges Beinbelasten) gesichert werden muss - zur Freude des ehrlichen Orthopäden und Ärger der Stock-Industrie!

Eine besonders positive Wirkung hat die somit mögliche relative Becken-Aufrichtung auf die Atmungsfähigkeit im Zwerchfell. Zudem können die Hände hinter dem Becken dieses leicht nach vorn drücken und dadurch die Haltearbeit der Rückenmuskulatur mindern – auch dafür werden also keine Stöcke benötigt! Mit steiler werdendem Profil stellten wir fest, dass ein auf eine ganze Tour bemessenes ökonomisches und damit sicheres Steigen außerdem abhängig ist von einer geschickten Ausnutzung der Geländeformen – so, dass der Kreislauf stets gleichmäßig belastet bleibt! In der Konsequenz bedeutet das, beizeiten die Direttissima, Fallinie, zu verlassen und eine angemessene Schrägspur zu wählen. Auf festem, homogenem und nicht rutschigem Grund bereitete uns das so lange keine „Sorgen“, bis es zur Richtungsänderung kommen musste. Hier war der Methodiker am Schlüsselort des Berggehens angekommen – der Auseinandersetzung mit dem Talwärts: Es zeigte sich, dass bei stärkerer Hangneigung die vertraute Wende BERGwärts im Vorderfuß irgendwie klemmt und die Gefahr birgt, „auf die Nase zu fallen“. Hingegen erzwingt die Spitzkehre TALwärts geradezu die Kernkompetenz des Absteigens – das sofortige Vordrücken der Knie (= Last- und Reibungsübernahme auch im Vorderfuß!). Ein- und Aus-wärtsdrehen der Füße (auch hier: biomechanisch effektiv nur in Beinbeugung und Dreh-Mitwirkung der Beckenachse) sowie Rotationsunterstützung aus dem Schultergürtel sind weitere, motorisch überaus wertvolle, Aktionen bei der Dreh-Anwendung auf steileren Flächen und für die Beibehaltung des Schrittrhythmus!

Auch diese Erweiterung ihrer Möglichkeiten erlebten die Teilnehmerinnen mit Freude – und das alles ohne Behinderung durch Stöcke! Nach dieser gründlichen Vorbereitung ging´s in die steile, 25m hohe, Böschung des Staudamms. Der Grasbewuchs und die noch vorhandene Regenfeuchte der vergangenen Tage hinderten uns nicht, nun mit neuem Können den be-dachten Serpentinen-Aufstieg zur Dammkrone zu meistern. Unter Nutzung der Beindreh-Erfahrung bei der Kehre erarbeiteten wir unterwegs im Schräganstieg auch die Bewältigung ausgesprochen schwieriger Oberflächen (kein Tritt bzw. Einkanten möglich): Fersen-geführtes, überschlagenes Gehen mit schräg talseitig gedrehter Fußachse. Auf der anderen Dammseite, ein wenig nach Osten versetzt, suchten wir die jungen Felsen auf, die als inhomogene Böschung zum Wasser des Stausees hinabführen. Zum Glück waren sie trocken, und wir konnten unter diesen anregenden, zugleich prickelnden, Bedingungen unsere vordere Oberschenkelmuskulatur im Abstieg und überschlagenen Seitwärts- und Rückwärts-“Gehen“ erproben („Entengang“)! Das ist Reibungs-Gehen, wie es für den sicheren Abstieg unerlässlich ist und dessen Motorik klassisch auch auf Steigeisen am Gletscher angewendet wird – na klar, ohne Krücken!

Über die Fersen ausrutschen, wie es alle Teilnehmerinnen bisher erlebt hatten, gab´s nun, selbst unter diesen schwierigen Bedingungen, nicht mehr!

Den vierten Lernort fanden wir im bewaldeten Steilhang hinauf zum Kalvarienberg. Ein Pfad ist besonders zum Aufstieg geeignet, ein anderer ideal für den Abstieg. Oben angekommen, wendeten wir uns nach Süden, um die letzten 100m der Abbruchkante für das „Psychotraining“ zu nutzen: hin und zurück immer direkt über dem „Abgrund“, gegenseitig beobachtend und diskutierend. Dabei galt es auch, talseitig auf freihängenden Wurzeln geeignete Fußstellungen zu finden und OK-entspannt (nicht zum Baum gelehnt) den jeweiligen Fuß bewusst und eindeutig zu be-lasten. Im Abstieg fanden wir einen mitunter recht steilen Hohlpfad vor, an dem wir das seitwärtige, pendelnde, Um-Belasten gegen die Böschungen (= Minderung der Schritt-Tiefe, Fuß ist aus-wärts gedreht, aber nicht ab-wärts geneigt!) ideal trainieren konnten. Wo wir früher ausrutschten, bewegten wir uns nun offensiv und damit sicher abwärts (trotz des feuchten Untergrunds).

Für´s große Finale nutzten wir noch einmal den langen steilen Abhang von der Dammkrone hinunter zum Kraftwerk. Was für eine Leichtigkeit und Sicherheit zeigte sich nun! Unten angekommen, ging´s wieder ein Stück hinauf – dann wurde runter gejoggt...

So konnten wir schließlich von einem großartigen Aha-Erlebnis sprechen - das durch die motorische, psychische und kognitive Neu-Begründung des (Berg-)Gehens ermöglicht wurde.

Motorisch gesehen lernten wir, durch bewusste Entspannung der Schultermuskulatur (Arme fallen, pendeln, in der Ebene frei hängend in der Schulterpfanne bzw. werden am Hang fixiert), den ggf. gefährlichen Streck-Reflex zu unterbinden (Körperschwerpunkt bleibt damit tief, Luft hat eh keine Balken). Das erschloss uns übrigens erst die Nutzbarkeit des bisher nicht erlebten Beingelenke-Bewegungsraums unterhalb des mittleren Beugegrads (wir erprobten es explizit und extrem an einem ca. 30cm hohen „Hindernis“ in der Ebene, auf das wir im flüssigen Weiterlaufen mit einem Fuß stiegen, ohne dabei das Bein zu strecken und damit den Körperschwerpunkt nach oben zu wuchten – wir schwebten gewissermaßen drüberweg)!

Alle Teilnehmerinnen stimmten darin überein, wie wertvoll diese komplexen Elementar-Erfahrungen für sie waren. Die idealen, zudem so leicht erreichbaren, äußeren Vorgaben im Bereich des Staudamms waren dafür eine überaus wichtige Voraussetzung - mit Ausnahme von Schuttreißen findet sich hier alles Notwendige zur Erarbeitung gesunden und sicheren Berg-Gehverhaltens.

Impressionen